Komm, wir fahren nach Amsterdam!

Ich sitze auf der Couch eines Freundes-Freunds in Utrecht, welchen uns ein Kollege empfohlen hat. Ich blicke auf 1 ½ Wochen zurück, die sich wie 4 Wochen anfühlten. Morgen, 15.04.2017, geht unser Flieger in den Iran.

Flashback: Hannover

Zunächst einmal, trampen ist eine super Erfindung!!!!! Ganz ehrlich, es ist super witzig und spannend, so von A nach B zu kommen. So viel vorab.

Nachdem wir nun 4 Nächte bei und mit Anna‘s Schwester in Hannover verbrachten war es an der Zeit weiterzureisen. Couchsurfen stellt sich, wie bereits erwähnt, in Amsterdam recht schwierig dar, aber Lust das Städtchen zu besuchen, haben wir ja schon. Zum jetzigen Zeitpunkt haben wir auch keinen Plan, wie es nach Amsterdam weitergehen sollte. Wir wissen, dass wir von dort aus höchstwahrscheinlich irgendwo hinfliegen würden, aber weder wann, noch wohin. Das Einzige was wir wissen ist, dass 2 Freunde von uns vom 10.04. bis 13.04. ebenfalls in Amsterdam sein würden und für uns eine Unterkunft in einem Hotel organisieren könnten. Heißt für uns, die Zeit bis dahin überbrücken und über einen Flug ca. vom 13.04. an zu informieren.

Stundenlanges recherchieren und vergleichen. Leider wissen wir nun auch nicht mehr als vorher 🙂 Das ist aber nicht schlimm, wir haben ja Zeit.

Somit wollen wir die Zeit nutzen alte Bekannte und Freunde endlich mal wiederzusehen. Kurzfristig fragen wir Anna‘s alten „Malle“-Kumpel, welcher in einer 3er Männer-WG in Münster wohnt, ob er nicht zufällig Lust auf ein Wiedersehen habe. „Ich frage nur fix die Jungs, aber das sollte klargehen!“, erwidert Dennis.

Bleibt nun die Frage, wie kommen wir nun dahin? Wirklich trampen? Funktioniert das wirklich? Kann da nicht was passieren? Einfach fremde Leute fragen, ob sie uns ein Stück mitnehmen würden? Wir sind noch nie getrampt. Dementsprechend bin ich etwas aufgeregt, obwohl wir gelesen hatten, dass trampen doch ganz easy sein sollte. Anna ist die Entspannung in Person! „Ach klar, ich mach mir da keine Gedanken!“, sagt sie so einfach. Aber wir wollen es auf jeden Fall mal probieren, so schwer kann es nicht sein! Veränderungen beginnen immer außerhalb der Komfortzone, wir müssen es uns nur einfach mal ausprobieren.

Wir suchen uns eine nette Raststätte bei Hannover, welche an der Autobahn Richtung Münster liegt. Anna‘s Schwester ist so lieb und bringt uns in ihrer Mittagspause zu genannter Raststätte. Der Abschied fällt uns schwer, ab jetzt sind wir komplett auf uns allein gestellt, das letzte Familienmitglied verabschiedet, auf die Hilfe Fremder angewiesen. Irgendwie ein komisches Gefühl, welches ich nicht wirklich beschreiben kann.

Trampen – na dann schauen wir mal

Zwischen dem letzten Winken nach Anna‘s Schwester und dem ersten Einstieg ins ein fremdes Auto vergehen keine 3 Minuten! Ein Pärchen sitzt an einem Tisch und isst gemütlich eine Kleinigkeit. Wir fragen höflich, wohin die beiden fahren und ob sie uns ein Stück mitnehmen können. Und schon sitzen wir zum ersten Mal in einem fremden Auto! Man, bin ich aufgeregt. Nur gut, dass Anna weiterhin echt entspannt wirkt, das beruhigt mich ungemein!

Mustang dürfen wir fahren. Klar-was auch sonst 😀

Peter und Steffi bringen uns ein Stück Richtung Bielefeld, 2 weitere Autofahrten- Dortmund. Jetzt nur noch das Stück bis zu unserem Freund. Natürlich quatschen wir zufällig einen sehr netten Sozialarbeiter an, welcher so gar nicht in Richtung Münster muss, aber uns bis zu Dennis vor die Haustür fährt. Wahnsinn, wie toll Menschen sein können,wenn sie nur wollen. Herrliche Erfahrung und so verdammt easy! Läuft und dauerte auch wirklich nicht lange. Erleichterung macht sich breit, und ich denke irgendwie auch bei Anna. Wir schlendern durch Münster und verbringen unseren Abend bei wirklich vielen und netten Gesprächen mit Dennis in Bars.

Zwischenzeitlich können wir bei 2 alten Freunden aus Anna‘s Schulzeit in Reckenfeld bei Greven, nördlich von Münster, verbringen. Dort buchen wir auch den Flug nach Teheran.

Am nächsten Tag nimmt uns also ein Autofahrer direkt aus Münster nach Greven mit. Diesmal so richtig mit Schild am Straßenrand- Stufe 2 quasi 😉 Aber auch das dauert gerade mal 20 Minuten. Die nächsten 3 Nächte sind wir nun bei Anett und Tobi, erzählen viel, entspannen, gehen mit deren Freunden in den Biergarten und freuen uns sehr, dass wir die beiden nochmal sehen können. Immerhin war das letzte mal wirklich lange her gewesen. Danke für die schöne Zeit ihr zwei!

 

Flashback: Amsterdam

Mit Claudia und Martin, ein Paar aus Hannover, welche wir bitten uns Richtung Amsterdam mitzunehmen, haben wir dann die witzigste Fahrt! Drei Stunden voller lustiger und spannender Unterhaltungen. Die beiden machen Urlaub nördlich von Amsterdam. „Wenn es euch nicht stört, dass wir an Tulpenfeldern anhalten, könnt ihr gerne mitkommen.“ Natürlich stört uns das nicht, haben wir doch alle Zeit der Welt. So haben wir noch einen richtig schönen Tag und haben viel gelacht.

Am späten Nachmittag kommen wir in Amsterdam an, wo schon 2 Freunde auf uns warten. Hier nutzen wir die nächsten Tage und Nächte mit Sightseeing, Aufenthalten in diversen Parks und Coffeeshops, als auch traumhaften Spaziergängen vorbei an den Grachten in der Frühlingssonne. Was für eine wunderschöne Stadt!

Nachdem wir nun zum letzten Mal „Tschüss“ auf deutsch sagen müssen sind wir nun auf dem Weg nach Utrecht………

Christian

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