{"id":1226,"date":"2018-03-27T18:12:53","date_gmt":"2018-03-27T16:12:53","guid":{"rendered":"http:\/\/losreiser.de\/?p=1226"},"modified":"2018-03-27T18:33:13","modified_gmt":"2018-03-27T16:33:13","slug":"vipassana-retreat-sri-lanka-februar-2018","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/losreiser.de\/?p=1226","title":{"rendered":"Vipassana-Retreat FACTS Sri Lanka Februar 2018"},"content":{"rendered":"<p>Seit \u00fcber einem halben Jahr, als wir erstmalig von \u201eVipassana\u201c geh\u00f6rt hatten, stand es ganz weit oben auf unserer To-Do-Liste, an einem solchen Retreat teilzunehmen. Wir lernten anfangs einiges \u00fcber Meditation, als wir in Thailand im Yoga House Chiang Mai arbeiteten. Meditation hat uns so sehr fasziniert, dass wir uns mit dem Thema Vipassana intensiv besch\u00e4ftigten und am Liebsten direkt starten wollten. Bereits zwei Mal hatten wir uns in einem der vielen Tempel, in denen diese Technik des Meditierens gelehrt wird, registrieren lassen, damals noch in Thailand, und zwei mal hielt uns ein Krankenhausaufenthalt davon ab. Vom 10.02. bis 21.02.2018 war es nun endlich soweit, in Sri Lanka, genauer gesagt in Anuradhapura. Wir waren gespannt, neugierig, aufgeregt was uns erwarten wird. Aber vor allem: wir waren bereit!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><b>Das Center<\/b><\/p>\n<p>Nur wenige Bus-Minuten von der Stadt Anuradhapura entfernt liegt nun dieser heilige Ort, an dem die Kunst der Vipassana-Meditation gelehrt wird. Bereits als wir ankamen waren wir von nichts als Vogelgesang und Natur pur umgeben, weit weg von all dem Trubel der Au\u00dfenwelt. Wir mussten uns zun\u00e4chst registrieren lassen, danach bezogen wir unsere Zimmer und wechselten unser Outfit (dazu sp\u00e4ter mehr). Es war erst 13:00 Uhr und noch genug Zeit, bis ca. 19:00 Uhr eine kleine Einf\u00fchrung stattfand und das gro\u00dfe Schweigen begann. In der Zwischenzeit hatten wir noch die Gelegenheit, uns zu unterhalten und uns mit anderen Teilnehmern auszutauschen. Letztendlich waren wir ca. 30 M\u00e4nner und ca. 30 Frauen, ein guter Mix aus Reisenden und Einheimischen, manche waren Neulinge, so wie wir, manche kamen bereits das zweite oder dritte Mal.<\/p>\n<p>Unsere Zimmerchen waren super einfach, und trotzdem super sch\u00f6n. Zun\u00e4chst teilte ich mir mit einem Chinesen das Zimmer, welcher jedoch nach einem Tag auf Grund von Krankheit ein Einzelzimmer bekam und nach dem vierten Tag abreisen musste. So hatte ich mein eigenes kleines Zuhause f\u00fcr die restlichen 9 Tage. In Anni\u2018s Unterkunft hatte jede Teilnehmerin von Beginn an ein Einzelzimmer. Es gab auch keinen Strom, zumindest in der Unterkunft, sodass eine Taschenlampe essentiell war. Alle Mahlzeiten gab es in der Dining-Hall<\/p>\n<figure id=\"attachment_1238\" aria-describedby=\"caption-attachment-1238\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/losreiser.de\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/IMG-20180309-WA0035.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-1238\" src=\"http:\/\/losreiser.de\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/IMG-20180309-WA0035-300x200.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"200\" srcset=\"http:\/\/losreiser.de\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/IMG-20180309-WA0035-300x200.jpg 300w, http:\/\/losreiser.de\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/IMG-20180309-WA0035-768x512.jpg 768w, http:\/\/losreiser.de\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/IMG-20180309-WA0035-1024x683.jpg 1024w, http:\/\/losreiser.de\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/IMG-20180309-WA0035.jpg 1296w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-1238\" class=\"wp-caption-text\">Frauen-Unterkunft<\/figcaption><\/figure>\n<p><a href=\"http:\/\/losreiser.de\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/IMG-20180309-WA0024.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-1239 aligncenter\" src=\"http:\/\/losreiser.de\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/IMG-20180309-WA0024-300x200.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"200\" srcset=\"http:\/\/losreiser.de\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/IMG-20180309-WA0024-300x200.jpg 300w, http:\/\/losreiser.de\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/IMG-20180309-WA0024-768x512.jpg 768w, http:\/\/losreiser.de\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/IMG-20180309-WA0024-1024x683.jpg 1024w, http:\/\/losreiser.de\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/IMG-20180309-WA0024.jpg 1296w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/>\u00a0<\/a><a href=\"http:\/\/losreiser.de\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/DSC_5064.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-1240 aligncenter\" src=\"http:\/\/losreiser.de\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/DSC_5064-300x169.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"169\" srcset=\"http:\/\/losreiser.de\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/DSC_5064-300x169.jpg 300w, http:\/\/losreiser.de\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/DSC_5064-768x432.jpg 768w, http:\/\/losreiser.de\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/DSC_5064-1024x576.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<figure id=\"attachment_1227\" aria-describedby=\"caption-attachment-1227\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/losreiser.de\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/IMG-20180309-WA0018.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-1227 size-medium\" src=\"http:\/\/losreiser.de\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/IMG-20180309-WA0018-300x200.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"200\" srcset=\"http:\/\/losreiser.de\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/IMG-20180309-WA0018-300x200.jpg 300w, http:\/\/losreiser.de\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/IMG-20180309-WA0018-768x512.jpg 768w, http:\/\/losreiser.de\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/IMG-20180309-WA0018-1024x683.jpg 1024w, http:\/\/losreiser.de\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/IMG-20180309-WA0018.jpg 1296w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-1227\" class=\"wp-caption-text\">Dining-Hall<\/figcaption><\/figure>\n<p><a href=\"http:\/\/losreiser.de\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/DSC_5057.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-1228 size-medium aligncenter\" src=\"http:\/\/losreiser.de\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/DSC_5057-300x169.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"169\" srcset=\"http:\/\/losreiser.de\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/DSC_5057-300x169.jpg 300w, http:\/\/losreiser.de\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/DSC_5057-768x432.jpg 768w, http:\/\/losreiser.de\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/DSC_5057-1024x576.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Jeder hatte seinen zugewiesenen Essensplatz. Zu guter Letzt und der heiligste Ort des Centers war die Dhamma-Hall. Die Dhamma-Halle (Dhamma bedeutet im Buddhismus das von Buddha erkannte und verk\u00fcndete \u201eDaseingesetz\u201c, wie der Geist und der K\u00f6rper funktioniert. Auch das w\u00fcrde ziemlich weit f\u00fchren, um das zu erkl\u00e4ren). Sie ist DIE Halle, in der wir meditierten und die Technik des Vipassana gelehrt bekamen. Dort haben wir auch entsprechend die meiste Zeit verbracht. Sie war riesig, sodass alle Teilnehmer darin Platz fanden, auch hier jeder seinen eigenen, zugewiesenen Platz.<\/p>\n<figure id=\"attachment_1229\" aria-describedby=\"caption-attachment-1229\" style=\"width: 200px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/losreiser.de\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/IMG-20180309-WA0021.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-1229\" src=\"http:\/\/losreiser.de\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/IMG-20180309-WA0021-200x300.jpg\" alt=\"\" width=\"200\" height=\"300\" srcset=\"http:\/\/losreiser.de\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/IMG-20180309-WA0021-200x300.jpg 200w, http:\/\/losreiser.de\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/IMG-20180309-WA0021-768x1152.jpg 768w, http:\/\/losreiser.de\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/IMG-20180309-WA0021-683x1024.jpg 683w, http:\/\/losreiser.de\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/IMG-20180309-WA0021.jpg 864w\" sizes=\"auto, (max-width: 200px) 100vw, 200px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-1229\" class=\"wp-caption-text\">Dhamma-Hall<\/figcaption><\/figure>\n<p>Der Rest der Anlage war komplett begr\u00fcnt, der perfekte Ort, um abschalten zu k\u00f6nnen!<\/p>\n<p>Alle Anweisungen wurden grunds\u00e4tzlich in Englisch gegeben. Es bestand jedoch auch die M\u00f6glichkeit, nach einem Audio-Guide auf Deutsch zu fragen. Man bekommt dann bei jeder neuen Anweisung ein Headset, um auf Deutsch gelehrt zu werden. Das nahmen wir beide auch unabh\u00e4ngig voneinander in Anspruch. Unser Englisch ist zwar mittlerweile auf einem richtig guten Stand, aber wir waren so neugierig und wissbegierig, dass wir sichergehen wollten, auch 100 % zu verstehen. Es kommt ja doch mal vor, dass man das ein oder andere Wort nicht kennt. Bei mir kam noch hinzu, dass mir der Mix aus Sinhala-Akzent (Sinhala ist die Haupt-Sprache der Bev\u00f6lkerung in Sri Lanka) und teilweise schlechten Lautsprecherboxen das Verstehen erschwerte.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><b>Unser Zeitplan<\/b><\/p>\n<p>Da es f\u00fcr viele Neuland ist, einen solchen Kurs zu besuchen, sollte der \u201eWas-passiert-denn-als-n\u00e4chstes-Faktor\u201c so gering wie m\u00f6glich gehalten werden. Man ist aufgeregt und bringt ja doch das ein oder andere mal etwas durcheinander. Deshalb gab es einen vorgeschriebenen Zeitplan, an den sich jeder Teilnehmer m\u00f6glichst halten sollte. Dieser sah wie folgt aus:<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/losreiser.de\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/DSC_5059-e1522166374884.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-1234 aligncenter\" src=\"http:\/\/losreiser.de\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/DSC_5059-e1522166374884-169x300.jpg\" alt=\"\" width=\"169\" height=\"300\" srcset=\"http:\/\/losreiser.de\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/DSC_5059-e1522166374884-169x300.jpg 169w, http:\/\/losreiser.de\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/DSC_5059-e1522166374884-768x1365.jpg 768w, http:\/\/losreiser.de\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/DSC_5059-e1522166374884-576x1024.jpg 576w\" sizes=\"auto, (max-width: 169px) 100vw, 169px\" \/><\/a><\/p>\n<p>4:00 Uhr \u2013 4:30 Uhr \u2192 Aufstehen und bereit machen f\u00fcr die erste Meditationseinheit<\/p>\n<p>4:30 Uhr \u2013 6:30 Uhr \u2192 Meditation<\/p>\n<p>6:30 Uhr \u2013 8:00 Uhr \u2192 Fr\u00fchst\u00fcck, im Anschluss Pause<\/p>\n<p>8:00 Uhr \u2013 9:00 Uhr \u2192 Gruppensitzung<\/p>\n<p>9:00 Uhr \u2013 11:00 Uhr \u2192 Meditation<\/p>\n<p>11:00 Uhr \u2013 13:00 Uhr \u2192 Mittag, im Anschluss Pause<\/p>\n<p>13:00 Uhr \u2013 14:30 Uhr \u2192 Meditation<\/p>\n<p>14:30 Uhr \u2013 15:30 Uhr \u2192 Gruppensitzung<\/p>\n<p>15:30 Uhr \u2013 17:00 Uhr \u2192 Meditation<\/p>\n<p>17:00 Uhr \u2013 18:00 Uhr \u2192 Tee-Pause<\/p>\n<p>18:00 Uhr \u2013 19:00 Uhr \u2192 Gruppensitzung<\/p>\n<p>19:00 Uhr \u2013 20:30 Uhr \u2192 Discourse (Lehreinheit)<\/p>\n<p>20:30 Uhr \u2013 21:00 Uhr \u2192 Meditation<\/p>\n<p>21:00 Uhr \u2013 21:30 Uhr \u2192 Zeit f\u00fcr Fragen, anschlie\u00dfend Lichter aus<\/p>\n<p>Zu den \u201enormalen\u201c <i>Meditationszeiten<\/i> wurde uns meist freigestellt, wo wir meditierten, egal ob in der Dhamma-Halle oder im Zimmer. Hauptsache sitzend, hauptsache meditierend. Uns wurde jedoch nahegelegt, in der Halle zu meditieren, da dort keine \u00e4u\u00dferen Einfl\u00fcsse, wie Wind und Wetter, gegeben sind. Braucht man eine Pause, wenn es mal wieder im R\u00fccken, Knie oder irgendwo zwickt, durfte man aufstehen und vor der Halle ein paar Minuten laufen. Ich habe es auch bevorzugt, in der Dhamma-Halle zu meditieren, schlie\u00dflich ist der Mensch ja ein Herdentier und es hat mich unheimlich motiviert, Teil des Ganzen sein zu d\u00fcrfen und zu wissen, dass um mich herum viele andere Teilnehmer ebenfalls meditierten und genauso wissbegierig waren wie ich. Au\u00dferdem war jede Meditationseinheit irgendwie anders, anders sch\u00f6n!<\/p>\n<p>Zu den <i>Gruppensitzungen<\/i> hingegen <u>mussten<\/u> wir uns alle in der Dhamma-Halle einfinden, da zu dieser Zeit nochmals kurz zusammengefasst wurde, welchen Schritt der Meditation wir dieses mal beachten sollten. Au\u00dferdem wurde uns geraten, uns m\u00f6glichst wenig zu bewegen, egal ob und welche Schmerzen oder Gedanken auftreten. Man sollte in dieser Zeit weder F\u00fc\u00dfe, noch H\u00e4nde bewegen, oder Augen \u00f6ffnen. Und ja, das war verdammt hart! Bis Tag 4 war das recht angenehm, da man sich durchaus immer mal bewegen durfte. Danach wurden die Anweisungen strenger und dadurch der Schmerz gr\u00f6\u00dfer. Ich m\u00f6chte nat\u00fcrlich auch dazusagen, dass es zwar gewisse Anweisungen gab, man letztendlich f\u00fcr sich und seinen Erfolg selber verantwortlich ist. Hat man sich bewegen m\u00fcssen, wurde man nat\u00fcrlich nicht gefoltert!<\/p>\n<p>Das <i>Essen<\/i> war uuuunglaublich lecker! T\u00e4glich Reis &amp; Curry in den verschiedensten Variationen, dazu immer einen s\u00fc\u00dfen Snack oder Obst. Zur Tee-Pause wurden verschiedene Teesorten, Bananen und Kekse serviert. Uns wurde geraten, nur ca. \u00be der \u00fcblichen Menge zu sich zu nehmen, statt sich zu \u00fcberessen (man wei\u00df ja, dass es vor 6:30 Uhr am Folgetag keine gr\u00f6\u00dferen Mahlzeiten zu sich nimmt), da man mit vollem Magen schlechter meditieren kann und\/oder sich der Magen an viel Essen gew\u00f6hnt und man abends schneller Hunger hat. An dieser Stelle ein Hinweis an das Center: Dann serviert verdammt nochmal nicht so tolles Essen!!! \ud83d\ude09<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/losreiser.de\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/IMG-20180309-WA0052.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-1231 aligncenter\" src=\"http:\/\/losreiser.de\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/IMG-20180309-WA0052-300x200.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"200\" srcset=\"http:\/\/losreiser.de\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/IMG-20180309-WA0052-300x200.jpg 300w, http:\/\/losreiser.de\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/IMG-20180309-WA0052-768x512.jpg 768w, http:\/\/losreiser.de\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/IMG-20180309-WA0052-1024x683.jpg 1024w, http:\/\/losreiser.de\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/IMG-20180309-WA0052.jpg 1296w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/losreiser.de\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/IMG-20180309-WA0036.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-1232 aligncenter\" src=\"http:\/\/losreiser.de\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/IMG-20180309-WA0036-200x300.jpg\" alt=\"\" width=\"200\" height=\"300\" srcset=\"http:\/\/losreiser.de\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/IMG-20180309-WA0036-200x300.jpg 200w, http:\/\/losreiser.de\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/IMG-20180309-WA0036-768x1152.jpg 768w, http:\/\/losreiser.de\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/IMG-20180309-WA0036-683x1024.jpg 683w, http:\/\/losreiser.de\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/IMG-20180309-WA0036.jpg 864w\" sizes=\"auto, (max-width: 200px) 100vw, 200px\" \/><\/a><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/losreiser.de\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/IMG-20180309-WA0040.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-1233 aligncenter\" src=\"http:\/\/losreiser.de\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/IMG-20180309-WA0040-300x200.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"200\" srcset=\"http:\/\/losreiser.de\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/IMG-20180309-WA0040-300x200.jpg 300w, http:\/\/losreiser.de\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/IMG-20180309-WA0040-768x512.jpg 768w, http:\/\/losreiser.de\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/IMG-20180309-WA0040-1024x683.jpg 1024w, http:\/\/losreiser.de\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/IMG-20180309-WA0040.jpg 1296w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>In den <i>Pausenzeiten<\/i> stand uns frei zu machen was wir wollten. Da die M\u00f6glichkeiten aufgrund der Regeln eher begrenzt waren, blieben kaum Optionen offen. Ich habe in dieser Zeit meist meinen fehlenden Schlaf nachgeholt oder immer mal Laub gekehrt, das macht sich ja auch nicht von alleine und war eine gute Abwechslung zum starren Meditieren.<\/p>\n<p>Ganz wichtig waren auch die <i>Discourse <\/i><i>(Lehreinheiten)<\/i>. Zu diesen Zeiten wurden Anweisungen und Erkl\u00e4rungen gegeben, welcher Schritt die Lehre des Vipassana als n\u00e4chstes zu beachten ist, vieles mit Beispielen untermalt, ein R\u00fcckblick auf die letzten Tage gegeben und vor allem auch motiviert. Diese 1 \u00bd Stunden waren nochmal Balsam wie f\u00fcr die Seele. Es wurde reflektiert, wertvolle Tipps gegeben und an Beispielen veranschaulicht. Dies passierte grunds\u00e4tzlich in einer weiteren, kleineren Halle. Da wir beide jedoch den German-Audio-Guide hatten, durften wir uns abseits, nat\u00fcrlich M\u00e4nnchen und Weibchen r\u00e4umlich getrennt voneinander, in ein kleines Zimmerchen setzen und dem Discourse per Kopfh\u00f6rer lauschen. Ich habe das sehr genossen und jedem einzelnen Wort gespannt gelauscht.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><b>Die Regeln<\/b><\/p>\n<p>Die Regeln waren sehr strikt und mussten unbedingt eingehalten werden. Zu den wichtigsten z\u00e4hlen:<\/p>\n<p>1. keine Kommunikation: weder sprechen, noch physischer Kontakt oder Augenkontakt waren erlaubt. Keine Musik oder singen, kein kurzes guten Morgen oder gute Nacht. Es durfte ausschlie\u00dflich mit dem Lehrer oder dem Center-Management kommuniziert werden, sollten Probleme auftreten. Der Vorteil bestand darin, dass man nicht abgelenkt wurde und seine Gedanken nicht verlor. Man nimmt sich und seinen K\u00f6rper viel bewusster war, denkt \u00fcber jeden einzelnen Schritt nach, f\u00fchlt sich und die Natur auf eine magische Weise. Jede Bewegung, jeder Atemzug, jede Hand voll Essen wird zur Meditation.<\/p>\n<p>2. wei\u00dfe Kleidung: wir trugen rund um die Uhr wei\u00dfe Kleidung. Das signalisiert, dass jeder gleich ist und verhinderte auch, dass man im Kopf jemanden aufgrund seiner \u00c4u\u00dferlichkeiten bewertet. Weiss gilt hierbei als \u201erein\u201c. Und man unterscheidet sich dadurch nat\u00fcrlich auch optisch vom Meditationslehrer. Man hatte genug Zeit zum Nachdenken, da denkt man \u00fcber jedes Detail nach, welches einem \u00fcber den Weg l\u00e4uft.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/losreiser.de\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/DSC_50741-e1522166476228.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-1235 aligncenter\" src=\"http:\/\/losreiser.de\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/DSC_50741-e1522166476228-169x300.jpg\" alt=\"\" width=\"169\" height=\"300\" srcset=\"http:\/\/losreiser.de\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/DSC_50741-e1522166476228-169x300.jpg 169w, http:\/\/losreiser.de\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/DSC_50741-e1522166476228-768x1365.jpg 768w, http:\/\/losreiser.de\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/DSC_50741-e1522166476228-576x1024.jpg 576w\" sizes=\"auto, (max-width: 169px) 100vw, 169px\" \/><\/a><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/losreiser.de\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/IMG-20180309-WA0012.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-1236 aligncenter\" src=\"http:\/\/losreiser.de\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/IMG-20180309-WA0012-300x200.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"200\" srcset=\"http:\/\/losreiser.de\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/IMG-20180309-WA0012-300x200.jpg 300w, http:\/\/losreiser.de\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/IMG-20180309-WA0012-768x512.jpg 768w, http:\/\/losreiser.de\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/IMG-20180309-WA0012-1024x683.jpg 1024w, http:\/\/losreiser.de\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/IMG-20180309-WA0012.jpg 1296w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/losreiser.de\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/DSC_5071-e1522166497378.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-1237 aligncenter\" src=\"http:\/\/losreiser.de\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/DSC_5071-e1522166497378-169x300.jpg\" alt=\"\" width=\"169\" height=\"300\" srcset=\"http:\/\/losreiser.de\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/DSC_5071-e1522166497378-169x300.jpg 169w, http:\/\/losreiser.de\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/DSC_5071-e1522166497378-768x1365.jpg 768w, http:\/\/losreiser.de\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/DSC_5071-e1522166497378-576x1024.jpg 576w, http:\/\/losreiser.de\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/DSC_5071-e1522166497378.jpg 1080w\" sizes=\"auto, (max-width: 169px) 100vw, 169px\" \/><\/a><\/p>\n<p>3. Geschlechtertrennung: die Unterk\u00fcnfte waren strikt nach Geschlechtern getrennt. Die M\u00e4nner-Unterk\u00fcnfte auf der einen Seite des Grundst\u00fcckes, die Frauen auf der anderen Seite des Grundst\u00fcckes. Es bestand auch keine M\u00f6glichkeit, dass man sich \u00fcber den Weg l\u00e4uft. In der Essenshalle wurde dies durch einen gro\u00dfen Vorhang getrennt. Die einzige M\u00f6glichkeit, sich zu sehen, bestand darin, dass in der Dhamma-Halle zwar auch m\u00e4nnlich-weiblich getrennt wurde, jedoch nur r\u00e4umlich ohne Sichtschutz. So kam es das ein oder andere mal vor, dass der Lehrer mich ermahnen musste, nicht r\u00fcber zu schielen.<\/p>\n<p>4. keine elektronischen Ger\u00e4te waren erlaubt: dazu z\u00e4hlen nicht nur Handys, Laptops etc., sondern auch B\u00fccher oder das Erstellen von Notizen. Man solle nicht abgelenkt werden!<\/p>\n<p>5. keine sportlichen Aktivit\u00e4ten: wie bspw. Yoga. Es sollte auch m\u00f6glichst das Dehnen und Strecken vermieden werden. Das wurde jedoch recht locker gesehen, man m\u00f6chte seinen K\u00f6rper ja nicht einrosten lassen. Der K\u00f6rper solle so wahrgenommen werden wie er ist, das hei\u00dft, dass ein Zwicken oder ein Muskelkater durch zus\u00e4tzlichen Sport den K\u00f6rper von au\u00dfen \u201emanipulieren\u201c w\u00fcrde und somit seine inneren Strukturen \u00e4ndert.<\/p>\n<p><b>Was ist Vipassana und was bedeutet das?<\/b><\/p>\n<p>Im Grunde sind wir alle, du und ich und jeder andere Mensch auf dieser Welt, liebevolle, mitf\u00fchlende, friedvolle Herzensmenschen, die gerne \u201egeben\u201c, ohne das Verlangen zu haben \u201enehmen\u201c zu wollen. Doch von Geburt an dringen 3 Verhaltensmuster in unseren Geist ein, die uns zu genau dem Gegenteil werden lassen. Das sind: <i>Unwissenheit, Verlangen und Abneigung<\/i>. Jede dieser 3 \u201eFeinde\u201c, die immer und immer wieder mit unserem Geist Spielchen spielen und zu dem werden lassen, der wir sind, bringen zwangsweise Emotionen mit sich, wie Trauer, Freude, Wut, Gl\u00fcck, Aggression, \u00dcbelwollen, Hass etc. Es bilden sich sinnbildlich \u201eKnoten\u201c in unserem Kopf, die immer mehr werden und es umso schwieriger machen, zu dem liebevollen Menschen zur\u00fcckzukehren, der wir eigentlich sein sollten.<\/p>\n<p>Gehen wir kurz auf das Beispiel <i>Verlangen<\/i> ein: als Kind wollten wir unbedingt diese oder jene Spielfigur, Zeitschrift, S\u00fc\u00dfigkeit haben. Bekamen wir diese nicht, waren wir traurig, w\u00fctend oder oder oder. Das \u00fcbertr\u00e4gt sich nat\u00fcrlich auch auf andere.<\/p>\n<p>Oder man entwickelt eine gewisse <i>Abneigung<\/i>, dass man ruhig am Tisch sitzen muss, wenn die Familie gemeinsam isst, und man wird ebenfalls w\u00fctend oder gar aggressiv. Auch das \u00fcbertr\u00e4gt man auf andere&#8230;<\/p>\n<p align=\"center\">\u201e<i>Unwissenheit, Verlangen, Abneigung \u2192 Emotionen wie Trauer, Freude, Wut\u2026<\/i><\/p>\n<p align=\"center\"><i>=<\/i><\/p>\n<p align=\"center\"><i>Input \u2192 Output\u201c<\/i><\/p>\n<p>Diese Knoten wollten wir l\u00f6sen, weshalb wir uns f\u00fcr diese Meditationstechnik entschieden haben&#8230;<\/p>\n<p>Das Wort Vipassana bedeutet grob gesagt \u201ebeobachten\u201c. Es steckt so vieles hinter diesem Begriff, doch um das zu beschreiben Bedarf es viel Zeit. Wir versuchen hiermit einfach mal unser Bestes, um euch einen kurzen \u00dcberblick zu geben. Uns sollte gelehrt werden, wie wir unseren Geist durch das Beobachten unseres K\u00f6rpers und den damit verbundenen Emotionen beeinflussen und dadurch lenken k\u00f6nnen\u2026<\/p>\n<p>Gelehrt wurde uns Vipassana von einem hohen M\u00f6nch, der diese Technik perfekt beherrscht. Er und ein weiterer M\u00f6nch geben abwechselnd zwei mal monatlich f\u00fcr jeweils 10 Tage diese Kurse. Der mittlerweile unter Vipassana-Interessierten weltbekannte Gr\u00fcnder vieler Meditations-Centren S. N. Goenka sagte einst:<\/p>\n<p align=\"center\">\u201e<i>There can not be peace in the world when people have anger and hatred in their hearts. Only with love and compassion in the heart is world peace attainable.!<\/i><\/p>\n<p>Seine Worte f\u00fchrten uns ma\u00dfgeblich auf den Weg zur Vipassana-Technik\u2026.<\/p>\n<figure id=\"attachment_1242\" aria-describedby=\"caption-attachment-1242\" style=\"width: 169px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/losreiser.de\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/DSC_5076-e1522167134265.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-1242\" src=\"http:\/\/losreiser.de\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/DSC_5076-e1522167134265-169x300.jpg\" alt=\"\" width=\"169\" height=\"300\" srcset=\"http:\/\/losreiser.de\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/DSC_5076-e1522167134265-169x300.jpg 169w, http:\/\/losreiser.de\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/DSC_5076-e1522167134265-768x1365.jpg 768w, http:\/\/losreiser.de\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/DSC_5076-e1522167134265-576x1024.jpg 576w\" sizes=\"auto, (max-width: 169px) 100vw, 169px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-1242\" class=\"wp-caption-text\">Weg zwischen Dhamma-Hall und Dining-Hall<\/figcaption><\/figure>\n<p><b>Wie funktioniert Vipassana?<\/b><\/p>\n<p>Die ersten 4 Tage trainierten wir unseren Geist darauf, sich auf bestimmte K\u00f6rperstellen konzentrieren zu k\u00f6nnen, zu f\u00fchlen, was da so vor sich geht und dies bewusst wahrzunehmen. Das war gar nicht so leicht wie es klingt, da der Geist anfangs noch wild umherspringt, von einem Gedanken zum anderen, Gedanken \u00fcber Vergangenheit und Zukunft, jedoch nicht konzentriert beim K\u00f6rper bleibt. Schlie\u00dft einfach mal eure Augen f\u00fcr ein paar Minuten und versucht euch auf einen Teil eures K\u00f6rpers zu konzentrieren. Dann wisst ihr wovon ich rede.<\/p>\n<p>Genau deshalb haben wir unseren Geist St\u00fcck f\u00fcr St\u00fcck auf immer kleinere und feinere Gebiete im K\u00f6rper bewusst konzentriert. Auf den nat\u00fcrlichen Fluss unseres Atems, ohne ihn beeinflussen zu wollen, auf die Empfindungen des Atems in der Nase, auf den kleinen Teil oberhalb unserer Oberlippe bis zur Nasenspitze. Bis wir ab dem Nachmittag des vierten Tages so weit waren, das wirkliche Vipassana zu erlernen, jede noch so winzige Stelle des K\u00f6rpers wahrzunehmen und die Technik St\u00fcck f\u00fcr St\u00fcck anwenden zu k\u00f6nnen. Unser Geist war gesch\u00e4rft und bereit, die wilden Gedanken nahmen nach und nach ab.<\/p>\n<p>Um nun das Verhalten des Geistes verstehen zu k\u00f6nnen ist es wichtig zu wissen, wie er funktioniert. Das Spielchen ist recht simpel:<\/p>\n<p>Durch unsere Sinnesorgane (Augen\/Ohren\/Nase etc.) nehmen wir Dinge wahr. Im Geist wird eine Bewertung abgegeben (gut\/schlecht) und ein Gef\u00fchl\/eine Emotion erzeugt. Zu guter Letzt wird das Gef\u00fchl\/die Emotion wieder nach au\u00dfen transportiert. All das passiert ganz automatisch.<\/p>\n<p>Ein Beispiel dazu:<\/p>\n<p>Ich m\u00f6chte schlafen gehen, da es bereits sehr sp\u00e4t nachts ist. Durch mein Sinnesorgan, mein Ohr, nehme ich nun wahr, wie mein Nachbar lautstark Musik h\u00f6rt. Ich gebe eine Bewertung ab. Meine Bewertung: finde ich schlecht, ich will ja in Ruhe schlafen! Automatisch wird ein Gef\u00fchl\/eine Emotion erzeugt, das lautet im Beispiel: Wut. Wut auf den Nachbarn, der nur an sich denkt und nicht daran, dass ich um die Zeit schlafen wollen w\u00fcrde. Wir sind wieder an der gleichen Stelle angelangt wie bereits beschrieben \u2013 Abneigung erzeugt Wut. Das Ganze ist lediglich eine Angewohnheit unseres Geistes. Dieses Gef\u00fchl\/diese Emotion wird nun nach au\u00dfen transportiert, indem mein Herz schneller schl\u00e4gt, mein Atem schneller wird, ich nicht einschlafen kann, weil ich mich doch so sehr \u00fcber meinen Nachbarn \u00e4rgere. Bis dahin habe ich mir nur selbst und meiner inneren Ruhe geschadet. Steigere ich mich nun so sehr hinein, dass ich zum Nachbarn gehe und ihm an die Kehle gehe schade ich auch ihm. Wer geht denn schon in einer solchen Situation zum Nachbarn und bittet ihn h\u00f6flichst die Musik abzustellen, wenn man sich bereits seit einer Stunde reingesteigert hat?!<\/p>\n<p>Wie ihr merkt liegt das Problem nicht beim Nachbarn \u2013 sondern nur an uns und unseren abgegebenen Bewertungen selbst!<\/p>\n<p>Und dort beginnt der Eingriff in unser menschliches Gehirn, den wir durch Vipassana vornahmen.<\/p>\n<p>Wie bereits erw\u00e4hnt bedeutet Vipassana beobachten. So konzentrierten wir uns auf jede noch so winzige Stelle im K\u00f6rper und wandten dabei die 2 wichtigsten Bausteine des Vipassana an, die ma\u00dfgeblich daf\u00fcr verantwortlich sind, die beschriebenen \u201eKnoten\u201c zu l\u00f6sen:<\/p>\n<p>Erstens:<\/p>\n<p>ALLES im Leben in verg\u00e4nglich, <i>impermanent<\/i>! Alles entsteht und vergeht, entsteht und vergeht. Jedes Gef\u00fchl, jeder Gegenstand, jeder Gedanke, jedes Lebewesen. Alles entsteht und vergeht, dauert mal Jahre, mal eine Millisekunde. Bez\u00fcglich der Gef\u00fchle und Gedanken ist es recht einfach. Man hat Gedanken oder Gef\u00fchle, die mal kurz da sind und dann wieder verschwinden, manche bleiben etwas l\u00e4nger. Schwerer dagegen ist es jedoch, das mit Gegenst\u00e4nden oder gar sich selbst vorzustellen. Die Plastikt\u00fcte, die irgendwo am Stra\u00dfenrand liegt, wird irgendwann zersetzt. Das dauert viele viele Jahre bis Jahrhunderte. Die Bananenschale hingegen braucht eine Woche und es ist nicht mehr viel davon \u00fcbrig.<\/p>\n<p>Dringen wir in die tiefsten Teilchen unseres K\u00f6rpers vor, realisieren wir, dass auch unser K\u00f6rper arbeitet. Es bilden sich st\u00e4ndig neue Zellen und wir altern. Die neue Zelle entsteht und vergeht im n\u00e4chsten Augenblick wieder. Wie die Br\u00e4une der Haut nach einem Sonnenbad, die nach und nach wieder verschwindet. Unser bewusster Teil des Gehirns nimmt das jedoch nicht so genau wahr, wir sehen nur unseren K\u00f6rper, so wie er ist. Unser K\u00f6rper ist quasi wie eine Illusion, die gleich zu bleiben scheint, sich jedoch von Augenblick zu Augenblick immer wieder \u00e4ndert. DAS ist Verg\u00e4nglichkeit, egal ob auf k\u00f6rperlicher oder geistiger Ebene. Genau genommen hat sich auch euer K\u00f6rper von JETZT auf GLEICH wieder ver\u00e4ndert.<\/p>\n<p>Zweitens:<\/p>\n<p>Baustein zwei lautet <i>Gleichm\u00fctigkeit<\/i>! Gleichm\u00fctigkeit des Geistes in Bezug auf die k\u00f6rperlichen und geistigen Ebenen. Wir betrachten Empfindungen im K\u00f6rper gleichm\u00fctig, indem wir sie nur beobachten und nicht bewerten, also finden wir das Gef\u00fchl jetzt gut oder schlecht. Gleichm\u00fctig handeln bedeutet, dass wir weder wollen, dass sch\u00f6ne Empfindungen bestehen bleiben, noch dass unsch\u00f6ne Empfindungen aufh\u00f6ren. Zu beobachten, so wie sie sind und sich anf\u00fchlen. Dir tut der R\u00fccken weh vom stundenlangen meditieren? Perfekt, dann kannst du dich gleich in Gleichm\u00fctigkeit \u00fcben. Bewerte es nicht, rede dir nicht ein, dass das jetzt schlecht ist, dass dein R\u00fccken weh tut, denn der Schmerz vergeht bei der n\u00e4chsten Bewegung. Vielleicht tut er auch morgen noch weh. Aber er vergeht, nicht? Warum sich also dar\u00fcber aufregen?! Euch nervt das kalte Wetter? Perfekt, wieder eine Chance, das mit Gleichmut zu betrachten! Denn auch der Winter vergeht irgendwann. Warum also dar\u00fcber meckern und andere mit der Winterdepression anzustecken?! Ihr habt Verlangen nach Sport, k\u00f6nnt keinen Tag ohne Mukelkater leben? Solange man die M\u00f6glichkeit hat sich sportlich zu bet\u00e4tigen, weil einem Sport gut tut, dann ist alles soweit gut. Dann kommt aber mal eine Zeit, in der man nicht sporteln kann. Sei es eine Verletzung oder weil einem einfach die Zeit fehlt. Hat man ein Verlangen danach entwickelt, sp\u00e4testens dann wird man genervt und f\u00fchlt sich nicht gut. So wird aus Verlangen eine negative Emotion erzeugt. Bewertet dies gleichm\u00fctig, denn entweder kommt wieder die Zeit, in der man mehr sporteln kann, oder das doofe Gef\u00fchl, mal eine Woche keinen Sport betrieben zu haben, endet. Alles entsteht und vergeht\u2026.<\/p>\n<p><b>Wenn wir die Situation nicht bewerten (gut\/schlecht) und damit keine negativen Emotionen ausl\u00f6sen, \u00fcbertragen wir diese auch nicht auf andere. Es entsteht eine positive Atmosph\u00e4re, voller guter Vibes und positiver Energie&#8230;<\/b><\/p>\n<p>Und beide Bausteine gemeinsam angewandt, Dinge gleichm\u00fctig hinzunehmen, da sie eh verg\u00e4nglich sind, dort besteht nun die Schnittstelle zwischen Gehirn und K\u00f6rper!!!<\/p>\n<p>Wir beobachteten unseren K\u00f6rper, jede einzelne K\u00f6rperstelle separat, nicht gr\u00f6\u00dfer als eine Handfl\u00e4che, achten auf jede Empfindung die dort aufkommt. Egal ob Schmerz, Kribbeln, Taubheit, K\u00e4lte, W\u00e4rme, Schwei\u00df, Leichtigkeit, Wind. Wir beobachteten diese Empfindung, ohne diese zu bewerten, ob es sich um eine sch\u00f6ne oder unsch\u00f6ne Empfindung handelt. Wir nehmen die Empfindung gleichm\u00fctig hin, indem wir realisieren, dass, egal welche Empfindung auch immer, impermanent ist! Sie ist verg\u00e4nglich! Dieser Prozess wird dir w\u00e4hrend des Anwendens der Vipassana-Technik verinnerlicht.<\/p>\n<p>Durch diese Methode verbinden wir K\u00f6rper und Geist. Und beides muss stets und st\u00e4ndig trainiert werden, indem wir weiter meditieren, damit all die sogenannten Verunreinigungen, die sich tief im Inneren unseres K\u00f6rpers befinden, nach und nach zum Vorschein kommen. Sie entstehen und vergehen\u2026<\/p>\n<p>Zur\u00fcck zum Beispiel des st\u00f6renden Nachbarn:<\/p>\n<p>Ich gehe ins Bett, weil ich totm\u00fcde bin und es bereits sehr sp\u00e4t ist. Der Nachbar beginnt wieder zum gleichen Zeitpunkt meinen wohlverdienten Schlaf zu st\u00f6ren, indem er die Musik laut aufdreht. Unser Sinnesorgan Ohr nimmt die Tatsache auf und beginnt sofort, den Prozess der Vipassana-Technik anzuwenden: es wird keine Bewertung abgegeben (ich finde es nat\u00fcrlich immernoch nicht toll, dass er so laut Musik h\u00f6rt). Mein Gehirn nimmt das ganze Spielchen gleichm\u00fctig auf, m\u00f6chte nicht, dass es aufh\u00f6rt, denn es ist ein impermanentes Gef\u00fchl\/eine Emotion, so wie alles andere auch. Das passiert, insofern man die Technik der Vipassana verinnerlicht hat, ganz automatisch, ohne es beeinflussen zu m\u00fcssen. Das Gesetz der Impermanenz und der Gleichm\u00fctigkeit angewandt, wird kein Gef\u00fchl mehr von Wut entwickelt, dass weder mich noch irgendwen anders ungl\u00fccklich macht. Ist der Prozess komplett im Geist verankert, h\u00f6rt sogar der Geist auf, eine Bewertung abzugeben\u2026<\/p>\n<figure id=\"attachment_1241\" aria-describedby=\"caption-attachment-1241\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/losreiser.de\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/IMG-20180309-WA0015-1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-1241\" src=\"http:\/\/losreiser.de\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/IMG-20180309-WA0015-1-300x200.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"200\" srcset=\"http:\/\/losreiser.de\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/IMG-20180309-WA0015-1-300x200.jpg 300w, http:\/\/losreiser.de\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/IMG-20180309-WA0015-1-768x512.jpg 768w, http:\/\/losreiser.de\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/IMG-20180309-WA0015-1-1024x683.jpg 1024w, http:\/\/losreiser.de\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/IMG-20180309-WA0015-1.jpg 1296w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-1241\" class=\"wp-caption-text\">Hinweisschilder vor der Dhamma-Hall<\/figcaption><\/figure>\n<p><i><b>Das ist alles, das ist Vipassana!<\/b><\/i><\/p>\n<p>Das war so kurz wie m\u00f6glich und so lang wie n\u00f6tig zusammengefasst, unter welchen Umst\u00e4nden wir unser Vipassana Retreat in Sri Lanka durchf\u00fchrten.<\/p>\n<p>Ich hoffe, dass ich euch die Technik der Vipassana-Meditation ein St\u00fcck weit n\u00e4her bringen konnte. Im n\u00e4chsten Blogbeitrag erfahrt ihr dann auch, wie wir das ganze umsetzen konnten, wie wir den Aufenthalt empfunden haben und wie es uns heute damit geht.<\/p>\n<p>\u201e<i>Ich lerne wie ich meine Emotionen steuere \u2013 und nicht meine Emotionen mich steuern!\u201c<\/i><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Seit \u00fcber einem halben Jahr, als wir erstmalig von \u201eVipassana\u201c geh\u00f6rt hatten, stand es ganz weit oben auf unserer To-Do-Liste, an einem solchen Retreat teilzunehmen. Wir lernten anfangs einiges \u00fcber Meditation, als wir in Thailand im Yoga House Chiang Mai arbeiteten. 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